Wintersport

 
 
 

Über uns – Historie

Der Ski Club Brilon e.V.

hat derzeit ca. 400 Mitglieder (Stand 2015)
60 aktive Kinder, Jugendliche und Erwachsene in der Rhönradabteilung.

Vorstand 2014/2015

  • 1. Vorsitzender Jörg Schwarz
  • Stellv. Vorsitzender Tobias Bunse
  • Kassiererin Petra Burmann
  • Sportwartin Rhönrad Silvia Rummel
  • Pressereferentin Christiane Rummel

 

100 Jahre Ski Club Brilon, Geschichte und Entstehung

Die Anfänge

Skier galten schon seit Jahrtausenden in Skandinavien und Russland als Fortbewegungsmittel. Ende des 19. Jahrhunderts begann dann der Skisport in Norwegen, was für die gesamte Welt nicht folgenreicher hätte sein können.

Aufgrund eines Buches von Fridtjof Nansens über die Grönlanddurchquerung auf Skiern im Jahre 1888, wurde in Mitteleuropa ein Skiboom ausgelöst. Auch Brilon blieb von diesem Boom nicht „verschont“. Da es hierzulande noch keine Skier zu kaufen gab, wurden die ersten Skier mit Längen von 2,20 – 2,30 m aus Norwegen importiert und hatten eine lange Spitze, Riemenbindung und gefahren wurde mit nur einem Stock.

Die ersten Skilcubs in Deutschland waren der SC München im Jahre 1890, gefolgt vom SC Todtnau und dem WSV Braunlage im Jahre 1892 und schließlich der SC Sankt Andreasberg im Jahre 1896.

Am 04.11.1905 gab es bereits elf Vereine mit insgesamt 2.500 Mitgliedern, die den Deutschen Skiverband gründeten, in den die Sauerländischen Vereine dann auch bald eintraten. Die Wintersportaktivitäten in Brilon beschränkten sich bis dato in den 70er und 80er Jahren des 19. Jahrhunderts auf das Schlittschuhlaufen, das im Eisclub am Gymnasium betrieben wurde.

1907/08 ordnete dann die Schulabteilung der Königlichen Regierung zu Arnsberg an, dass unter anderem Brilon das Skifahren als Teil des Turnunterrichtes pflegen solle.

Nach der Gründung des Skiclub Sauerland am 23.02.1907 mit der Ortsgruppe Winterberg, gründete der Briloner SGV am 02.03.1909 die Ortsgruppe Brilon, die am Ende das Jahres bereits 100 Mitglieder verzeichnen konnte.

Gründung des Skiclub Brilon-Willingen

Als Gründungsdatum des Skiclub Brilon- Willingen gilt jedoch der 04.01.1910 mit dem Rentner Ritterhaus aus Brilon als 1. Vorsitzenden und Oberförster Friedrich Meyer aus Stryck (bei Willingen) als 2. Vorsitzenden. Der Jahresbeitrag betrug damals 2 Mark. Der erste Skikurs in Brilon wurde im Januar 1910 durch den Norweger Ragnar Corneliussen aus Oslo gegeben.

 Auszug aus der damals verfassten Satzung:

„Satzung des Wintersportvereins  Brilon-Willingen Ortsgruppe des Skiklub Sauerland (beschlossen in der Gründungssitzung am 4. Januar 1910 zu Brilon-Wald, abgeändert in der Generalversammlung am 25. September zu Brilon)

  • 1 Der Zweck des Vereins ist die Pflege des Wintersports.
  • 2 Der Verein hat seinen Sitz in Brilon. Das Geschäftsjahr läuft vom 1. Oktober bis 30. September.“

Im September 1910 konnte der Skiclub schon 320 Mitglieder verzeichnen.

Aber auch Rodelsport wurde betrieben. In Willingen und in Brilon- Wald gab es Rodelbahnen, die bis zu 2 km lang sein konnten. Die Stadt Brilon hatte eine städtische Rodelbahn am Drübel. Zusätzlich gab es in Brilon noch eine Eisbahn in einer Größe von sechs Morgen.

Die Gründung des Wintersportvereins Brilon-Willingen geschah auch unter dem Gesichtspunkt der Verbesserung des Fremdenverkehrs, der nun eine Konkurrenz zu Winterberg darstellte.

Mit den hiesigen Gastwirten gab es ein Abkommen, in dem verlangt wurde, dass von Wintersportfreunden keine höheren Preise verlangt werden dürfen, als von Geschäftsreisenden.

Am 13.09.1913 geht Willingen mit der Ortsgruppe Willingen im Waldecker Wintersportverein dann eigene Wege und trennt sich vom Skiclub Brilon.

Erster Weltkrieg

Der Erste Weltkrieg, in dem sichere und gute Skiläufer in Spezialeinheiten des Militärs eingezogen wurden und viele dort ihr Leben lassen mussten, So stoppte jedoch die Wintersportentwicklung.

Nach Kriegsende begann dann der mühsame Wiederaufbau der Skisportverbände.

1931 umfasste das Wegenetz des Ski- Klub Sauerland für Skiwanderer bereits 500 km. An diesem Wegenetz waren Winterberg, Usseln, Willingen und Brilon angeschlossen.

Bau der ersten Sprungschanze          

In Brilon baute man 1932-33 die erste Skisprungschanze in der Helle mit einem hölzernen Aussichtsturm, der gleichzeitig als Anlauf diente. Berühmtester Sieger auf dieser Schanze war der Thüringer Recknagel.

Der baufällige Turm zerfällt in den Kriegsjahren des 2. Weltkrieges und wurde nicht wieder aufgebaut. Der Aufsprung wurde dann als Abfahrtshang genutzt.

Zweiter Weltkrieg

Für den Krieg waren wie schon zuvor wieder Skier, die teilweise von der Bevölkerung eingezogen wurden, speziell im Russlandfeldzug ein unverzichtbares Fortbewegungsmittel. Der Skiläufer der die Möglichkeit dazu hatte, versteckte seine Skier vor dem Zugriff der Wehrmacht, die auch Hausdurchsuchungen diesbezüglich durchführte.

Der Skisport wurde im dritten Reich gefördert wie nie zuvor. Die Vereine ordneten sich jedoch dem Staat unter, wurden gleichgeschaltet und bekamen die Ziele und Aufgaben vorgegeben.

Nach Kriegsende war der Skiclub Brilon ein Ski- und Schwimmverein, der das vom RAD (Reichsarbeitsdienst) gebaute Freibad Gudenhagen betrieb.

Neugründung des Skiclub Brilon

Am 10.02.1952 wurde der Skiclub dann neu gegründet und nennt sich seither Skiclub Brilon e.V.. Erster Vorsitzender war damals Paul Schmitz, der 1954 von Günther Wommelsdorf abgelöst wurde.

Der erste Wettbewerb, der am 17.02.1952 wieder durchgeführt wurde, war ein Langlaufwettbewerb. Die Streckenführung verlief dabei auf der Straße von der Volksschule zur Jugendherberge und zurück bis zum Kolpinghaus. Am Vorabend wurde ein Fackellauf mit 70 Skiläufern von der Jugendherberge bis zum Rathaus durchgeführt. Die Siegerehrung auf der Rathaustreppe wurde vom Stadtdirektor Schieferecke vorgenommen.

Als Stadtmeister über 15 km wurde Bobby Brüggemann geehrt. Sieger in der Schülerklasse 10-12 Jahr wurde Peter Hellwig und als ersten Preis gab es eine Kandarhar- Bindung, die die Lederriemen ersetzte.

Ein Auszug aus der damaligen Westfalenpost:

„Der Stadtdirektor  sprach in seiner von der Liebe zum Skisport getragenen Ansprache die Hoffnung aus, dass die Begeisterung der Jugend, die sie an diesem Sonntag gezeigt hat, anhalten möge, und dass Petrus, der himmlische Wettermacher, auch in künftigen Jahren so freigiebig sein möge mit seinem weißen Segen, damit sich die Briloner Skisportler auch weiterhin mit den Sportkameraden des Sauerlandes messen könnten. Brilon würde dann im Skisport wieder zu dem Ansehen kommen, das es seit den ersten Tagen des sauerländischen Skisports genoss.“

Die Liebe zum Skisport muss damals sehr groß gewesen sein. Die Menschen mussten mit vielen Entbehrungen leben und die Skier, die man zur Ausübung des Skisportes meist vom Wehrertüchtigungslager bekommen konnte, waren unterschiedlich lang und breit.

Bobby Brüggemann hat, so wurde es überliefert, die besten Skier gehabt und konnte auch deshalb eine so gute Zeit fahren.

Wer keine Skier hatte, konnte sich beim Skiverleih Lüken fr 50 Pf/Tag welche ausleihen. Meist mussten diese aber erst noch geflickt werden, um sie überhaupt benutzen zu können.

Eine Attraktion war auch das alljährliche Maskenskilaufen zu Fasching ab dem Winter 1952/53 am Kalvarienberg, bei dem Süßigkeiten und Würstchen verteilt wurden.

Die ersten Stadtmeisterschaften im Abfahrtslauf wurden erst ein Jahr später auf einer Skiwiese unterhalb der Jugendherberge (sogenannte Waldwiese) durchgeführt. Erst später wurde der Poppenberg als Skihang genutzt.

1953 wurde der Abfahrtshang an der Waldwiese durch den Wald weiter geführt bis ins Hellehol. Der Hang war im unteren Bereich sehr steil und bei der Stadtmeisterschaft auch noch vereist. Die Westfalenpost schrieb damals: „ Wer Glück hatte, der stürzte noch eben über die Ziellinie“. Der Überlieferung nach soll auch der Skifahrer gewonnen haben, der sonst der Langsamste war, da er nicht auf der „letzten Rille“ fuhr und somit auch nicht stürzte.

Die Skifahrer wollten aber auch Skisprung betreiben und so kam es, dass unter anderem Kalli Schreckenberg (Malermeister aus Brilon) in jungen Jahren mit Freunden eine kleine Schanze für Sprungweiten bis 15 Meter oberhalb der Vosskuhle Richtung Hillebringse baute. Für den Anlauf mussten verbotener Weise einige Fichten geschlagen werden, was dem Oberförster und dem Flurschütz er wohl erst auffiel, als nur noch eine größere Fichte weichen musste, um den Anlauf perfekt zu machen. Die Freunde verbrachten dann die nächste Morgendämmerung damit, den Schnee im gesamten Areal platt zu trampeln, um die Spuren zum Holzlager an deren Hütte zu verwischen, nachdem sie am Vorabend von den beiden Ordnungshütern entdeckt wurden.

Bau der zweiten Sprungschanze

Aufgrund des Neubaus der zweiten Skisprungschanze 1952/53 im Hellehohl war das Skispringen und die Nordische Kombination neben dem klassischen Langlauf  eine beliebte Sportart hier in Brilon, die von vielen Skiclubmitgliedern ausgeübt wurde. Der Naturanlauf mit 300 Metern war im Bereich der Waldwiese.

Zum Eröffnungsspringen kamen ca. 20 Skispringer aus Willingen, Usseln und Winterberg, die alle Ihre Verwunderung mit den Worten : “ Mit dem Material wollt ihr hier
springen ?“ den Briloner Skispringern gegenüber zum Ausdruck brachten, da diese Ihre Skier teilweise aus Restbeständen vom Wehrertüchtigungslager in der Engelbertschule zusammen suchen mussten. Alles lief nach dem Motto „ Hauptsache Bretter unter den Füßen“.

In den Anfängen war auch irgendwie jeder, der von Erzählungen gehört oder Bilder von anderen Skispringern außerhalb Brilons gesehen hatte, eine Art Trainer. Nicht selten kam es aufgrund von Versuchen, diese Technik umzusetzen, zu Stürzen.

Der Anlauf der neuen Schanze war so flach, dass z.B. Peter Hellwig den eigenen Worten nach auf dem Schanzentisch mit seinen stumpfen Skiern zum stehen kam, seine Skier abschnallen und unverrichteter Dinge vom Schanzentisch herunterklettern musste.

Durch einen Holzturm, der im darauf folgenden Jahr gebaut wurde, erhöhte sich die Anlaufgeschwindigkeit und die Schanze war somit eine ideale Jugendschanze.

Auch Kinder wie z.B. Hartmut Knappe mit damals 8 Jahren sprangen über diese Schanze. Da der hölzerne Turm wohl sehr wackelig war, wurde Hartmut Knappe unter anderem von Peter Hellwig auf den Anlaufturm begleitet, man könnte auch fast sagen ans Händchen genommen. Einmal oben angekommen, war der Absprung aber kein Problem mehr.

Jährlich wurden nun Stadtmeisterschaften im Langlauf, Skisprung, Nordischer Kombination und im Abfahrtslauf abgehalten. Um an den Wettbewerben teilzunehmen, oder überhaupt den Skisport ausüben zu können, benötigte man Skier, die, wenn sie nicht geliehen waren oder aus Restbeständen der Wehrmacht bezogen werden konnten, gekauft werden mussten. Ging ein Ski beim Springen zu Bruch, war es bei den damaligen Skipreisen von 100 Mark und einem Monatslohn von 25 Mark so, als würde man heutzutage mit einem Mercedes vor die Wand fahren (ein anschaulicher Vergleich von älteren Mitgliedern).

Der Skisprung kam unter anderem mit dem Busunternehmen Schrowange, das immer zwischen 30 und 40 Teilnehmer zu Wettkämpfen nach Willingen, Girkhausen u.a. im Sauerland fuhr, so richtig in Fahrt. Wesentlichen Anteil beim Aufbau des Klubs nach dem Krieg hatten Schlesier, die teils aus dem Riesengebirge stammend, als Vertriebene nach Brilon gekommen waren.

Unter anderem waren dies:

  • – Alfred Wolf, der als Kassierer des Skiclub tätig war und den Jahresbeitrag von 2 Mark (es gab pro Quartal eine kleine Briefmarke die in ein Heftchen eingeklebt werden musste) einsammelte
  • – Herbert Knappe als Sportwart, der in seiner Heimat sich als Langläufer einen Namen gemacht hatte und mit Günther Meerganz in der Staffel lief. Er war ein hervorragender Jugendtrainer und ein starkes Vorbild für die jungen Skifahrer.
  • Ähnlich wie die Schlesier hat auch Günther Wommelsdorf den Skiclub über lange Jahre geprägt.

Bau der Skihütte u. Vereinsleben

Neben den sportlichen Aktivitäten kam aber auch die Geselligkeit nicht zu kurz. Der Skiclub feierte jedes Jahr das Faschingsfest in der Gaststätte Starke, was neue Mitglieder brachte und Geld in die Kassen spülte. Aber nicht nur bei Starke sondern auch auf der Skihütte, die um 1956 erbaut wurde, hat man kräftig gefeiert und wie man eine Feuerzangenbowle herstellt, war auch nicht ganz unbekannt.

Bau der ersten Lifte

Mit dem Bau des ersten Skiliftes 1958, der oberhalb des Hauses Ledebur begann, über die Straße führte und unterhalb der Skihütte endete, wurde der Poppenberg als Skigebiet erschlossen. Der Lift war jedoch eher als Notlösung anzusehen, da er einige Macken hatte und nur maximal 8 Personen an zwei Bügeln gleichzeitig befördert werden konnten. Es war möglich, jeweils 2 Personen von den Bügeln ziehen zu lassen und jeweils zwei weitere Personen haben sich mit den Schlaufen ihrer Skistöcke an den Ankern eingehängt. Der Lift wurde wechselseitig betrieben und hatte kein umlaufendes Seil wie heutige Liftanlagen. Wenn auf der linken Seite 8 Personen hoch fuhren, kamen auf der rechten Seite zwei Anker nach unten gefahren. Oben angekommen stoppte der Lift und dieses Mal wurden an der rechten Seite max. 8 Personen nach oben befördert usw.

Dieser Lift wurde durch einen nachfolgenden Lift ersetzt, der erst an der Waldkante begann und ebenfalls unterhalb der Skihütte endete. Er hatte ein umlaufendes Seil und wurde ebenfalls mit einem Dieselmotor betrieben. Die Skifahrer mussten sich mit einem ca. 6 cm starken Holzbrett, in dem eine Nut eingesägt wurde, an dem Stahlseil des Liftes einhängen und fuhren nach oben. Das Holzbrett, das der Skifahrer bei der Abfahrt dann wieder bei sich trug, konnte auch beim Liftpersonal für eine Mark (als Pfand) ausgeliehen werden.

War der Lift aufgrund eines starken Andrangs sehr voll, kam der Motor schnell an seine Grenzen und das Liftpersonal machte die Skifahrer am Lift lautstark darauf aufmerksam, den Lift sofort zu verlassen. Geschah dieses nicht rechtzeitig, blieb der Motor stehen, oder im schlimmsten Fall brach sogar die Antriebswelle, wenn der Motor umschlug und kurz rückwärts lief.

Unter Federführung des Verkehrsvereines wurden dann zwei Bügellifte, von Haus Ledebur (Hang aufwärts gesehen links von der Straße) bis zur Waldkante und von der Waldkante bis unterhalb der Skihütte gebaut. Der kräftezehrende Aufstieg bis zur Waldkante gehörte somit der Vergangenheit an. Der obere Lift wurde anschließend noch bis auf die Hähe der Skihütte verlängert.

Alle Lifte endeten im Wald, aus dem man über einen kleinen Ziehweg oder teilweise auch nur einen Trampelpfad den Hang queren konnte, um auf den Skihang zu gelangen.

Bau der dritten Sprungschanze

Aber auch die Skispringer sollten 1965 mit dem Neubau der dritten Skisprungschanze, die von Heni Kopfer aus Obersdorf entworfen wurde, eine moderne Schanze, auf der Wettkämpfe bis zur Bezirksmeisterschaft ausgetragen werden konnten, erhalten. Sie hatte ihren kritischen Punkt bei 45 Meter (K45). Der Anlauf wurde mit dem Aushub vom Krankenhausbau aufgefüllt. Für den Schanzenbau hat sich Herbert Knappe besonders stark eingesetzt. Sie ist bis Dato aus sportlicher Sicht die schönste Sprungschanze in Brilon, da die Skispringer richtig gut ins Fliegen kamen. Auch für den Nachwuchs war die Schanze optimal und bot gute Bedingungen.

Durch die hohen Kosten war der Bau der Schanze im Skiclub jedoch umstritten. Die Ära des Skispringens schien in Brilon vorbei zu sein, da die Zahl der aktiven Skispringer immer weiter rückläufig war. Das Wetter tat sein übriges. Aufgrund massiven Schneemangels, der im Winter immer öfters auftrat, mussten Schneekugeln mühselig an den Seiten des Aufsprunges postiert werden, um den Sprungbetrieb zu gewährleisten.

Heute sind noch Reste dieser Schanze inkl. des Sprungrichterturmes im Bereich der Möhnequelle zu sehen.

Mit der Zeit fehlte es aber auch an Langlauftrainern, die den Nachwuchs trainierten. Die Trainer und Übungsleiter forderten Geld für ihre Arbeit, das wohl nicht bereit stand.

Verlagerung zum Alpinen Bereich

Der Alpine Bereich nahm in den 70er und 80er Jahren immer mehr an Bedeutung zu, was durch den Gewinn der Westdeutschen Meisterschaft im Slalom und Riesenslalom durch Anja Vockrodt, die später sogar die norwegische Damennationalmannschaft als Physiotherapeutin unterstützte, belegt ist. Der Lift war zu der Zeit noch in städtischer Hand und in der Woche war der Liftbetrieb oft eingestellt, was das Training oftmals erschwerte. Um die Jugendlichen zu trainieren, wurden die Skifahrer mit Autos über den Itzelstein zur Skihütte transportiert, um von dort aus wieder abzufahren.

Neben Anja Vockrodt waren auch Melani Görge und einige andere, die bei nationalen Wettbewerben des Öfteren vordere Plätze erreichten, sehr aktiv.

Um im Sommer auf das Skifahren nicht verzichten zu müssen, wurde auch das Grasskifahren auf dem Poppenberg betrieben. Es wurde sogar einmal ein Nationaler Wettkampf diesbezüglich ausgetragen. Im Sommer 1983 fanden am Poppenberg die Westdeutschen Meisterschaften im Grasskirennen statt.

Aber auch im Nordischen Bereich waren noch einige Läufer aus Brilon sehr aktiv. Unter anderem wurde Thomas Schlecking im Februar 1985 westdeutscher Jugendmeister im Langlauf über 10 km. Er setzte sich gegen Teilnehmer aus Winterberg und Siedlinghausen durch.

Bei alpinen Wettkämpfen nahm die Teilnehmerzahl der Skiläufer aus dem Skiclub Brilon mit der Zeit nun auch immer weiter ab. Heute sind nur noch wenige Läufer bzw. in erster Linie deren Eltern bereit, den Wettkampfsport zu fördern und Zeit hierfür zu opfern. Neben einigen anderen sind es Antonia und Maximilian Jänsch, die im Winter noch regelmäßig Wettkämpfe besuchen und im Verhältnis zu den zur Verfügung stehenden Mitteln, gute Platzierungen erreichen.

Wiederum Erneuerung des Liftes

2004 investierte der Skiclub abermals und kaufte einen gebrauchten Skilift aus Südtirol, der in Eigenleistung und teils mit Unterstützung des Bauunternehmers Jürgen Schmitz am Poppenberg aufgebaut wurde und seither die zwei alten Bügellifte ersetzt. Der Skilift wurde laut einem Beschluss der Mitglieder in der Jahreshauptversammlung im Jahr 2003 angeschafft. Er stammt aus der berühmten Sellerrunde bei Wolkenstein, wo er abgebaut und mit finanzieller Unterstützung von Dr. Bernd Walters nach Brilon gebracht wurde. Der Skilift „hört“ auf den Namen Bruno. Das Umsteigen in Hangmitte gehört seither der Vergangenheit an und durch die Tellerform der Schleppgehänge ist es auch kleinen Kindern ab 4 Jahren schon möglich alleine zu liften.

Der Bügellift, der von Hangmitte bzw. der alten Waldkante bis ganz nach oben führte, wurde abgebaut und für die Anfängerschulung mit einem kleineren Schwungrad (zur Drosselung der Geschwindigkeit) ausgestattet und rechts neben dem Weg, der oben zum Itzelstein führt, auf dem Skihang am Poppenberg wieder aufgebaut.

Ohne den Einsatz des Briloner Skiclubmitgliedes Reinhard Loos, der neben anderen Mitgliedern auch als Initiator für den Kauf und den Wiederaufbau des Skilift Bruno gilt, wären heute immer noch die zwei Bügellifte in Betrieb.

1992 – Der Ski-Club Brilon e.V. gründet eine Rhönradabteilung

Da die Winter im Sauerland nicht immer mit Schneereichtum gesegnet sind, suchte der damalige 1. Vorsitzende Michael Rosenkranz eine Alternative zum Skisport, die ganzjährig angeboten
werden konnte, die aber auch kein anderer Verein anbot. „Ich war schon immer vom Rhönrad fasziniert und als mein Kollege, der auch Präsident des Internationalen Rhönradverbandes
war, mir seine Unterstützung zusagte, habe ich diese Sportart im Verein vorgeschlagen.
Trotz vieler Gegenstimmen und großen Schwierigkeiten Trainingszeiten in einer Sporthalle zu bekommen, haben wir im November 1992 mit Kerstin Wysk als erste Trainerin gestartet.“ Später
kamen Petra Klingenberg (jetzt Burmann), Phoebe Rosenkranz und Julia Linnenbrink als Trainerinnen dazu.

Besonders erfolgreich arbeiten seit 2007 unter anderem Silvia Rummel, die auch als Trainerin arbeitet, Leonie Kienz, Ilka Frigger, Dana Mittmann, Hanna Süreth und viele andere.

Die Rhönradabteilung richtete 2014 die beiden rnaghöchsten deutschen Wettkämpfe aus, den Deutschland-Cup und ie Deutschen Vereinsmannschafts-Meisterschaften.
Aktuelles siehe auch Rhönradabteilung.

Die Jubiläumsfeiern

Das hundertjährige Bestehen des Ski Clubs wurde auf dem Skihang mit einem Jubiläumsskirennen und verschiedenen Attraktionen wie einer Snowkitevorführung und Paragleitschirmfliegen (Reinholds Flugschule aus Willingen) am 30.01.2010 auf dem Skihang am Poppenberg bei blauem Himmel, strahlendem Sonnenschein und reichlich Schnee gefeiert.

Zusätzlich fand noch am 09.10.2010 eine Abendveranstaltung für die Skiclub Mitglieder statt.

Gefeiert wurde in der Sparkasse Brilon, die unter anderem mit historisch gekleideten Schaufensterpuppen, nostalgischen Skiern, einem alten Bobschlitten aus den Anfängen und Infotafeln über 100 Jahre Skifahren, geschmückt war.

In einer kurzen Rede gratulierten dem Skiclub zum Jubiläum jeweils der Bürgermeister der Stadt Brilon, Herr Franz Schrewe, der Bezirksvorsitzende des Westdeutschen Skiverbandes, Frank Bender, Franz Josef Bathen als Vertreter des Volleyballverbandes und schließlich Herr Becker und Herr Jakobi vom Sauerländer Turngau. Anschließend stellten Peter Hellwig (Mitglied aus den 50er und 60er Jahren) und Jörg Schwarz (1. Vorsitzender) eine Chronik zum 100jährigen Bestehen des Skiclub Brilon vor.

Die Rhönradturnerinnen Ilka Frigger, Dana Mittmann und Hanna Süreth rundeten das Abendprogramm mit einer gelungenen Rhönradvorstellung unter Mithilfe ihrer Trainerin Silvia Rummel ab und die No Limitband aus Warburg heizte anschließend mit flotten Rhythmen den Gästen ordentlich ein.

Deutschland-Cup und Deutsche Vereins-Mannschaft-Meisterschaften im Rhönradturnen 2014 in Brilon

Am 15. und 16. November 2014 fanden in Brilon die beiden ranghöchsten Deutschen Wettkämpfe im Rhönradturnen statt.
Zitat: Zu diesen beiden Großveranstaltungen werden hier im schönen Sauerland die besten deutschen Rhönradturner/innen sowie die leistungsstärksten Vereinsmannschaften mit herausragenden Leistungen erwartet – zu Gast ist die deutsche Rhönradelite mit ihren Verantwortlichen!
Die Rahmenbedingungen sind mit einer modernen Vierfach-Sporthalle, gut geplanter Unterbringung und umfangreiche Verpflegung ideal. Hinzu kommt ein motiviertes und engagiertes
Organisationsteam vom SC Brilon, dem ich von Herzen für die exzellente Vorbereitung danke.
Ich wünsche uns allen, besonders den aktiven Sportlerinnen und Sportlern, ihren Betreuern und den Kampfgerichten, viel Erfolg bei spannenden, fairen und verletzungsfreien Wettkämpfen.
Dagmar Möllers
Landesfachwartin Rhönradturnen
im Westfälischer Turnerbund

Mehr Infos auf der Unterseite Rhönrad